
04 Rights based approach
Was versteht man unter „Rights based approach“?
„Rights-based approach to develeopment“ ist gleichzustellen mit einem Ansatz, bei welchem die Werte und Grundsätze der Menschenrechte (v.a. die Allgemeine Menschenrechtserklärung) systematisch in die Entwicklungszusammenarbeit integriert werden.
Dies bedeutet, dass alle Bürger und Bürgerinnen, also auch alle Jugendlichen, ihre Rechte kennen und ermächtigt werden (empowerment), diese einzuberufen. Dieser Ansatz wird seit bald 10 Jahren von den meisten Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit umgesetzt. Jugendliche sollen also nicht nur Empfänger von Hilfe sein, sondern Akteure, die ihre Rechte kennen und einfordern können.
Dieser Ansatz geht vom Standpunkt aus, dass Personen, deren Rechte nicht erfüllt sind, als arm gelten. Armut ist also mehr als „nur“ Mangel an Ressourcen, sondern bedeutet auch Marginalisierung und Machtlosigkeit der einzelnen Personen. So haben Jugendliche oft keinen oder eingeschränkten Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt, werden auf Grund ihres Alters diskriminiert, sind überdurchschnittlich oft von Gewalt und Armut betroffen, sind mit HIV/Aids konfrontiert, etc.
Wie kann der rights based approach in Projekten umgesetzt werden?
In der Praxis bedeutet dieser Ansatz, dass die Grundsätze der Menschenrechte im ganzen Projektzyklus (Projektzielsetzung, Planung, Umsetzungen und Evaluation) miteinbezogen werden. So sollen bei der Projektplanung folgende Fragen gestellt werden:
- Kann Menschenrechtsbildung und –förderung ein Hauptbestandteil unseres Projektes sein? Können Menschenrechte in der Zielsetzung direkt erwähnt werden?
-> z.Bsp. Menschenrechtsworkshop (allgemeine Wissensvermittlung), Seminare zu spezifischen Themen (z.Bsp. Rassismus, Gleichstellung, etc.). Die Jugendlichen können dann wiederum als MultiplikatorInnen agieren und ihr Wissen weitergeben. - Respektiert unser Projekt die Bedürfnisse und die Rechte aller beteiligten Jugendlichen, ohne Diskriminierung auf Grund des Geschlechts, Rasse, Religion, etc.? Wir der „do no harm“ Ansatz respektiert?
- Wird unser Projekt partizipativ mit der lokalen Jugendorganisation geplant und umgesetzt? Die lokalen Jugendlichen wissen am besten, welche Rechte ihnen fehlen und wo sie gestärkt werden müssen; Partizipation ist also ein Hauptbestandteil des „rights based approach’s“.
- Können wir unsere Projektaktivitäten direkt mit den Menschenrechtsgrunsätzen verbinden und diese thematisieren?
-> z.Bsp. Renovierung einer Schule = Recht auf Bildung und Recht auf einen angemessenen Lebensstandard; Sommerlager = Recht auf Erholung und Freizeit und Verbot der Diskriminierung, etc.
Auch bei der Umsetzung (Projekt Management) müssen diese Fragestellungen immer wieder aufgenommen und angegangen werden. Bei der Evaluation soll das Projekt spezifisch auf den „rights based approach“ evaluiert werden, d.h. konnten Menschenrechte thematisiert werden, konnten die Jugendlichen bei der Einberufung ihrer Rechte gestärkt werden, etc.?
Links:
Kompass: Menschenrechtsbildung für die schulische und ausserschulische Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen:
http://kompass.humanrights.ch
Tool zur Anwendung des Rights-based approach:
http://www.deza.admin.ch
Dokumente der DEZA zum Thema Menschenrechte:
http://www.deza.admin.ch/
Frequently asked questions on human rights-based approach to development cooperation:
http://www.hurilink.org/
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