05 Kultur und Entwicklung

Der Begriff „Kultur und Entwicklung“ kann auf zwei unterschiedliche Arten verstanden werden:

1. Kulturelle Aktivitäten

Kulturelle Aktivitäten werden bei Jugendprojekten oft und erfolgreich eingesetzt, um spielerisch und durch einen lockeren Umgang komplexere Projektziele zu erreichen. Zum Teil erweist es sich als schwierig und kaum machbar, gewisse sensible Themen direkt in einem Workshop oder einer Diskussion zu thematisieren, v.a. am Anfang kann es sein, dass Jugendliche blockieren und sich gegenüber der direkten Thematisierung verschliessen. Solche sensible Themen können z.Bsp. interethnische Verständigung, Förderung interkultureller Kompetenzen, Rassismus, Geschlechterrollenverständnis, Vergangenheitsbewältigung, Konfliktmanagement, HIV/Aids, etc sein.

Hier helfen „indirekte“ Aktivitäten weiter, bei welchen sensible Themen eher spielerisch und aus einer anderen Position thematisiert werden. Einige Beispiele dafür sind:


/files/images/punaise.gifLinks:

imagine international, terre des hommes Schweiz
http://www.terredeshommes.ch/projekte_schweiz/jugend_entwicklung/imagine_international

Ostprojekt, seit 2008 unterstützte Kleinprojekte
http://www.youthfordevelopment.ch/ost/aktuelle-projekte_2008



2. Zusammenhang zwischen Kultur und Entwicklungszusammenarbeit

„Culture matters“ (Kultur ist von Bedeutung): dies ist ein Grundsatz in der Entwicklungszusammenarbeit – und somit auch bei Jugendprojekten in Entwicklungsländern, welcher davon ausgeht, dass der Einbezug der Kultur eines Landes, einer Region oder eine Ethnie massgebend zum Erfolg oder Misserfolg eines Projektes führen kann.

Kultur – die Werte, Traditionen, Gewohnheiten, etc. einer Gesellschaft - ist ein Mehrwert, welcher bei der Planung, Umsetzung und Evaluation von Projekten hinzugezogen werden sollte. Um die kulturellen Gegebenheiten in ein Projekt einfliessen zu lassen, müssen die einzelnen Projekte partizipativ mit der lokalen Jugendorganisation umgesetzt werden, denn die lokalen Jugendlichen sind diejenigen, die ihre eigene Kultur am besten kennen. Sie kennen die lokalen Tabus, welche nicht gebrochen werden sollten und wissen, welche Methoden sich aus kulturellen Gründen erfolgreich oder nicht anwenden lassen. Ein Projektansatz, welcher in Tansania funktioniert und erfolgreich ist, kann in Bangladesch zum absoluten Misserfolg führen. Genauso verhält es sich mit Dorf A und Dorf B in Bolivien.

Der Einbezug der kulturellen Werte und Tradition und die Partizipation der lokalen Jugendlichen während dem ganzen Projektzyklus tragen zudem auch massegebend dazu bei, dass das Projekt lokal verankert ist und somit die Nachhaltigkeit eines Projekts garantiert wird.

Die Durchführung von Projekten in anderen Ländern bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur und den eigenen Werten. Es ist wichtig, die eigene Kultur gut zu kennen, gleichzeitig aber auch offen zu sein für andere Kulturen und Wertvorstellungen. Der interkulturelle Dialog erlaubt es, andere Kulturen fundiert kennen zu lernen. Ein Grundsatz gilt dabei immer: nicht werten. Fremde Kulturen und Werte sind weder besser noch schlechter als unsere, sondern schlicht und einfach anders.

Folgende Fragen könnt ihr euch bei eurer Projektplanung stellen:


/files/images/punaise.gifLinks:

DEZA Kultur und Entwicklung
http://www.deza.admin.ch/de/Home/Themen/Kultur_und_Entwicklung

DEZA: Kultur ist kein Luxus – Kultur in Entwicklung und Zusammenarbeit:
http://www.deza.admin.ch/ressources/resource_de_24137.pdf

Glossar Kultur und Entwicklung:
http://www.gtz.de/de/dokumente/de-glossar-kultur-und-entwicklung-2005.pdf


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